Mittwoch, 28. Oktober 2009
Rudolstädter Judaica der Öffentlichkeit vorgestellt
Dr. Charlotte Knobloch eröffnet Ausstellung in Rudolstadt
Rudolstädter Judaica - so heißt die Kabinettausstellung, die seit vergangenen Montag im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg besichtigt werden kann.
Die wertvolle Sammlung umfasst 35 Exponate, welche von der Existenz einer kleinen jüdischen Gemeinde zeugen, die bis 1911 in Rudolstadt lebte.
Zur Eröffnung lud Landrätin Marion Philipp Dr. Charlotte Knobloch ein.
Die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland verdeutlichte die Einzigartigkeit der Ausstellungsstücke und warnte zugleich davor, den Rechtsextremismus in Deutschland zu unterschätzen.
Man began erst vor wenigen Jahren, die aus der Mitte des 18. Jhds stammenden Objekte, zu erforschen. Der Wert für das Thüringer Landesmuseums Heidecksburg ist ausgesprochen hoch. Besonders selten sind die erhaltenen Textilien, darunter befinden sich Thoravorhänge und Thoramäntelchen aus Seide und handgewebtem Leinen. Weiterhin enthalten ist ein Schreiben von Fürst Ludwig Friedrich, mit dem er die jüdische Gemeinde um 1796 als eigenständig anerkannte. In diesem Jahr richteten die Juden als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft ihren Betraum am Rudolstädter Markt 8 ein. Nach der Auflösung der Gemeinde im Jahre 1911 übergab die Rudolstädter Familie Callmann die Sammlung dem städtischen Altertumsmuseum.
Die Bestände gelangten nach dem 1. Weltkrieg zur Heidecksburg.
Die Stücke waren in desolatem Zustand berichtete Christiane Schill aus Lobenstein, die die filigranen Restaurationsarbeiten leitete.
Landrätin Marion Philipp und dem Direktor des Landesmuseums, Dr. Lutz Unbehaun, ist es zu danken, dass unser kulturelles Erbe in dieser Art und Weise erhalten bleibt.
Es wird also künftig eine weitere Facette der bedeutenden Rudolstädter Kulturgeschichte in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.
Die Ausstellung Rudolstädter Judaica läuft noch bis zum 03. Januar 2010 im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in Rudolstadt.



